ZwischenHeimaten / Die Wandelbaren- Lesung und Buchvorstellung

Deutsche Autoren aus Russland präsentieren ihre international besetzte Anthologie „ZwischenHeimaten“ /Autorin Eleonora Hummel präsentiert ihren neuen Roman „Die Wandelbaren“

Am 28. Februar 2020 präsentiert die bekannte Autorin Eleonora Hummel aus Dresden im Kunsthaus Michel ihren neuen Roman über das Deutsche Theater in Kasachstan „Die Wandelbaren“. Zwei weitere Autoren stellen ihre vor kurzem erschienene Anthologie „ZwischenHeimaten“ vor. Es lesen die preisgekrönte Autorin Eleonora Hummel aus Dresden (Chamisso-Preis 2006), der bekannte Lyriker und Autor Andreas A. Peters (u. a. SCIVIAS-Literaturpreis 2019) und der Herforder Autor Artur Rosenstern.

Anthologie „ZwischenHeimaten“

Kann es mehrere Heimaten geben? Wenn ja, was liegt dazwischen und wie können diese Stationen und Raumgebilde aussehen? Die Herausgeber des Bandes „ZwischenHeimaten“ wollten den literarischen Dialog zu diesem Thema fördern und Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Generationen und von verschiedener Herkunft dazu anregen, dieses Feld schreibend zu erforschen. Aspekte wie Fremdsein, Identitäts- und Heimatverlust beziehungsweise die Suche nach einer neuen Heimat oder mehreren Heimaten sind in unserer von Migration geprägten Gegenwart aktueller denn je. Aufgrund ihrer wechselhaften und teils leidvollen Geschichte haben die Deutschen aus Russland einen besonderen Bezug dazu entwickelt. Das Gefühl immerzu DAZWISCHEN zu stehen und nie richtig anzukommen, spiegelt sich oft in den Texten von Autorinnen und Autoren russlanddeutscher Herkunft wider.

Roman „Die Wandelbaren“ von Eleonora Hummel

Traktorist will er werden und die schöne Tochter des Sowchose-Vorsitzenden heiraten. Doch es kommt anders. Feine Leute aus der Stadt engagieren Arnold Bungert, 16, quasi vom Feld der kasachischen Steppe weg, bei den besten Dozenten soll er die Schauspielkunst erlernen. In Moskau! Der Haken: Bühnensprache ist Deutsch, und Arnold Bungert kann kein Wort, trotz seines Namens. Mit ihm wird eine Handvoll Jugendlicher für das Deutsche Theater Temirtau ausgebildet, zur Förderung, so der Plan der Sowjetregierung, der deutschen Minderheit.

In der Metallurgenstadt Temirtau leben allerdings kaum Deutsche, das Publikum ist rar gesät. Dennoch schaffen sich die jungen Schauspieler eine kleine Insel der Freiheit im totalitären Sowjetregime. Sie schmieden politische Pläne, lieben, wetteifern, spielen um ihr Leben. 25 Jahre nach Auflösung des Theaters treffen sie sich wieder. Was ist von ihren Träumen geblieben? Mit „Die Wandelbaren“ legt Eleonora Hummel einen großen Roman vor: In der Tradition bester russischer Erzählkunst erweckt sie ein weithin unbekanntes Stück Wende-Geschichte zum prallen Leben und liefert obendrein eine Liebeserklärung an alle, die die Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben …

Programm und biografische Notizen:

Eleonora Hummel liest aus ihrem Roman „Die Wandelbaren“

Eleonora Hummel wurde 1970 in Zelinograd, heute Nur-Sultan, in Kasachstan geboren. 1980 zog die Familie in den Nordkaukasus und siedelte zwei Jahre später nach Dresden über. Ihr viel beachtetes Debüt „Die Fische von Berlin“ sowie ihre weiteren Romane „Die Venus im Fenster“ und „In guten Händen, in einem schönen Land“ sind im Steidl Verlag Göttingen erschienen. Eleonora Hummel hat mehrere Auszeichnungen erhalten, unter anderen den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis und den Hohenemser Literaturpreis. Für ihr aktuelles noch in Arbeit befindliches Buchprojekt über das Deutsche Theater in Kasachstan wurden ihr das Spreewald-Literatur-Stipendium 2016/2017, der Schwäbische Literaturpreis 2017 sowie ein Arbeitsstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen zuerkannt. Sie lebt heute in Dresden. www.eleonora-hummel.de

Andreas A. Peters liest seine Lyrik und Prosa

Andreas Andrej Peters, geb. 1958 in Tscheljabinsk (UdSSR), lebt und arbeitet in Laufen (Bayern) und Salzburg. Er war als Kolchosen- und Metallarbeiter, als Gastdozent und Pastor tätig und arbeitet als Krankenpfleger im Uni-Klinikum Salzburg. Bislang erschienen von ihm mehrere Lyrik- und Prosabände, zuletzt „Orchester der Hoffnung unter der Leitung der Liebe“ (Bernardus-Verlag 2019).

Peters erhielt zuletzt den „SCIVIAS“ – Katholischer Literaturpreis des Bistums Limburg 2019 und den Lyrikpreis des Verbandes Katholischer Schriftsteller Österreichs 2019. Seine Gedichte wurden ins Russische, Englische und Türkische übersetzt. https://andreaspeters.cabanova.com/

Artur Rosenstern moderiert und liest Lyrik aus der Anthologie „ZwischenHeimaten“

Artur Rosenstern, 1968 in Kasachstan geboren. Nach dem Studium der Musik-, Medienwissenschaft und der Mittelalterlichen Geschichte in Detmold und Paderborn arbeitete er u. a. für einen Musikverlag im Bereich Musikedition sowie als Russisch-Übersetzer. Zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien. Das Buch Planet Germania ist 2015 im Verlag Monika Fuchs in Hildesheim erschienen (rezensiert u.a. von der Neuen Westfälischen und vom Bayerischen Rundfunk) Seit 2016 ist Rosenstern Mitglied im VS – Verband Deutscher Schriftsteller, im Literaturkreis der Deutschen aus Russland und in der Herforder AutorInnen-Gruppe. Er gehörte zu den Preisträgern des Berliner Federleicht-Schreibwettbewerbs 2013 und des Leverkusener Short-Story-Preises 2015. Seine Geschichten landeten oft auf den Shortlists verschiedener Literaturwettbewerbe. Im Jahr 2017 erschien sein Lyrik-Debüt schmerz-wort-tropfen. Im Januar 2020 sein Roman Die Rache der Baba Jaga. Mehr zum Autor auf www.artur-rosenstern.de

Veranstaltungsort: Kunsthaus Michel, Würzburg

Präsentation und Lesung werden in Kooperation mit dem Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland durchgeführt und vom Freistaat Bayern gefördert.

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