Sonja Weichand: Premierenlesung „schuld bewusstsein“

Nico Manger

Was ist Erinnerung? Wer muss wofür Verantwortung übernehmen? Und wie schreibt man Geschichte/n? Premierenlesung „schuld bewusstsein“

Sonja Weichand  liest aus ihrem Debüt „schuld bewusstsein“.

Ein Roman über die Rolle der Frauen im Nationalsozialismus und den Bombenkrieg auf deutsche Städte – zwei Themen, die bis in unsere heutige Zeit vom Opfermythos bestimmt werden. „schuld bewusstsein“ versucht, diesen Blick zu weiten und eine neue, gegenwärtige Sicht auf eine alte Schuld zu werfen. Künftige Generationen werden ohne die Zeitzeugen der NS-Diktatur auskommen müssen. Die Antwort auf die Frage, wie man sich selbst in solch einem Staat verhalten hätte, wird dadurch immer weniger greifbar. Vielleicht bleiben am Ende nur Geschichten, die uns erinnern, die aber auch neue Wahrheiten konstruieren.  Und was ist dann wirklich geschehen?

Die Handlung:

Anna weiß von ihrer Oma Rose-Marie: Verantwortung ist der erste Schritt zur Wiedergutmachung einer großen Schuld. Rose-Marie war unter Hitler überzeugte Nationalsozialistin und Führerin beim BDM-Werk „Glaube und Schönheit“. Um ihre Geschichte aufzuarbeiten, reist Anna nach Würzburg. Sie will ein Buch über das Leben ihrer Großmutter schreiben. Doch die Leben der beiden Frauen verweben sich immer stärker ineinander: Was hat Rose-Marie im „Dritten Reich“ getan? Welches Geheimnis steckt hinter der Geschichte von Annas Opa? Und was verschweigt sie sich selbst? Während 1945 alles unaufhaltsam auf den Untergang Würzburgs zusteuert, muss sich Anna in der Gegenwart ihren eigenen psychischen Abgründen stellen.

Foto: by Nico Manger

Im Kunsthaus Michel feiert Sonja Weichand ihre Premierenlesung.

6.11.20, 19 Uhr

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